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Fleischerei Plogmann e. K.

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Nächtliche Frikadelle mit Werbeeffekt

Die Lecker-Schmecker BOX der Fleischerei Plogmann

Quelle: NOZ 15.07.2014

fram HAGEN. „Schatz, ich geh nur schnell Wurst holen.“ Wenn das der Partner nachts oder sonntags in Hagen sagt, besteht kein Grund zur Sorge. Ernst ist es auch Fleischermeister Mario Plogmann, der in der Sandstraße mit seinem Fachgeschäft in 4. Generation seit August einen neuen Absatzweg beschreitet. Wie machen sich die Würste aus dem 24 Stunden „geöffneten“ Selbstbedienungsautomaten, der „Lecker- Schmecker-Box“, fast ein Jahr nach Markteinführung? „Im ersten halben Jahr lief es kaum“, räumt der 27-Jährige ein, „seit März, als wir ein paar sonnige Tage hatten, wird es sehr gut angenommen. Besonders an Feier- und Sonntagen, wenn das Wetter zum Grillen einlädt.“ An einem guten Wochenende, schätzt er, gebe es 80 bis 90 Käufe – von einer Schinkenwurst bis zum 30-Euro-Großeinkauf für eine Grillparty. An regnerischen Wochenenden „ziehen“ vielleicht 20 ihre Fleisch- und Wurstwaren. „Aber wenn das Wetter gut ist, holen die Leute spontan etwas fürs Grillen im Freundeskreis.“ An den heißen Pfingsttagen sei er mit Nachfüllen kaum nachgekommen. Doch das Angebot musste sich erst rumsprechen. „Das hat gedauert. Einige haben die Box in ihre Karnevalsreden eingebracht“, war der Fleischermeister überrascht, „dann lief es“. Gut sei, wenn Box und so das Geschäft im Gespräch seien. Manche seien anfangs mit dem Auto vorbeigefahren, nur um nachzusehen, ob das mit dem Automaten stimme. Doch nach und nach tat sich was. „Ich habe gehört, dass sogar Glandorfer hier am Wochenende für ihre Bratwurst hinkommen.“ Auch Jüngere stiegen schon mal an der „letzten Bushaltestelle vor dem Zentrum“ aus, um sich um die Ecke die nächtliche Frikadelle mit Senf zu holen. Doch das Angebot, das er im Umkreis so bislang nicht gesehen habe, habe seine Tücken. Einmal sei das Gerät eine Nacht lang blockiert gewesen. Bei Regen könne es nicht nachgefüllt werden, weil es innen trocken bleiben müsse. Auch sonntags guckt der Fleischer morgens, mittags und abends nach, ob er das inzwischen „aufs Grillen spezialisierte“ Sortiment inklusive Mett-, Zwiebel-, Leberwurst, Beißer oder Wiener nachfüllen muss. Ein Nachbar vertrete ihn schon mal. Zudem scheuten sich manche Ältere vor der Technik. „Wenn ich zufällig in der Nähe bin, erkläre ich das Gerät.“ Ein bisschen sei es ja wie Zigarettenholen, nur mit anderem Bedienfeld. Einmal gezeigt, fanden einige das Gerät „klasse“. Trotzdem sei der Absatz unbeständig. „Ich hatte schon überlegt, im Winter die Box auszulagern.“ Strom und Mindesthaltbarkeitsdatum schmälern den Gewinn durch die Grillsaison. Rentabel sei die Box eigentlich nicht, so Plogmann, der in Augsburg neben seinem Fleischermeister auch den Betriebswirt absolvierte. Dort erfuhr er über einen Kurskollegen von dem Gerät und sah eins in Ostfriesland, wo er sich Inspiration für den Ladenumbau holte. Auch in Melle stehe wohl eins, aber mit anderem Konzept, „man kann ja auch Eier reinpacken. Sinn macht die Box eigentlich nur in Fußgängerzonen, wo Party gemacht wird.“ Trotzdem: „Es wird definitiv weiterlaufen, der Werbeeffekt ist zu groß. Einige wollen es ausprobieren, und nach Pfingsten kommen neue Kunden in den Laden.“