Leistungen für das
Handwerk

Aktuelles aus dem Handwerk

Gut informiert mit der Kreishandwerkerschaft Osnabrück

 
Zurück zur Übersicht

"Berufsorientierung muss mehr Gewicht haben"

Der neue Vorstand der Kreishandwerkerschaft Osnabrück mit HGF Thorsten Coch (re.). Fotos: Herbert Tiemann

Traditionell tragen sich unsere Ehrengäste in das Gästebuch ein: v.l. Siegward Schneider (Kreishandwerksmeister), Olaf Lies (Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr) und Thorsten Coch (HGF der KH Osnabrück)

Für die geleistete Arbeit bedankt sich der Kreishandwerksmeister Osnabrück mit einem Präsent bei den ausgeschiedenen Vorstandmitgliedern. v.l. Wilhelm Wolke , Siegward Schneider (Kreishandwerksmeister), Hermann Stahmeyer und Tim Blomenkamp

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies referiert auf KH-Delegiertenversammlung – Schneider einstimmig wiedergewählt

Osnabrück (ht). „Unser duales Ausbildungssystem und der Aufbau der Handwerksorganisationen sind vorbildlich. Viele Länder beneiden uns um diese Strukturen“, sagte der niedersächsische Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Olaf Lies, als Hauptreferent der Herbst-Delegiertenversammlung der Kreishandwerkerschaft Osnabrück (KH).

Im „Haus der Innungen“ wurden im Rahmen der turnusmäßigen Neuwahlen Kreishandwerksmeister Siegward Schneider sowie seine beiden Stellvertreter Ernst Neve und Matthias Vielstädte ebenso in ihren Ehrenämtern bestätigt wie die Vorstandsmitglieder Gabriele Niehaus, Maik Peschke, Alexander Dependehner und stellvertretendes Vorstandsmitglied Stefan Lienesch. Neu in den Vorstand wählten die Delegierten Kai Schaupmann und als stellvertretendes Mitglied Ulrich Donnerberg für die nicht mehr kandidierenden Willi Wolke und Tim Blomenkamp, denen Schneider mit einem Präsent für ihren Einsatz ausdrücklich dankte.

Nicht zuletzt im Sinne der Harmonisierung mit der Handwerkskammer wurde zuvor eine Verlängerung der Wahlperioden für KH-Vorstand und -Ausschüsse von drei auf fünf Jahre per Satzungsänderung beschlossen. Eine sehr positive Bilanz zog Kreishandwerksmeister Siegward Schneider. Die KH Osnabrück stehe hinsichtlich ihrer Leistungsstärke, ihres vielfältigen Angebots und ihrer finanziellen Ausstattung so gut wie nie zuvor da. Dafür dankte der KH-Vorstandsvorsitzende dem Haupt- und Ehrenamt ausdrücklich. Die Innungsbetreuung sei in den letzten drei Jahren weiter intensiviert worden, die Innungsbetriebe würden nicht nur von Rahmenvereinbarungen, sondern auch von der kompletten Neuausrichtung der Internetseiten und des Seminarwesens sowie durch zusätzliche Serviceleistungen exklusiv profitieren. Der Einsatz eines Schwarzarbeitsermittlers durch KH, Handwerkskammer, Stadt und Landkreis Osnabrück sei ein gutes Beispiel für hervorragende Kooperation, die im Übrigen per Delegiertenbeschluss fortgesetzt werden wird.

Auf die Mitgliederentwicklung in den 42 angeschlossenen Innungen und die sehr positiven Einflüsse durch die vor gut zwei Jahren neu geschaffene Stelle der Mitgliederakquise und betreuung ging KH-Hauptgeschäftsführer Thorsten Coch in seinem Bericht näher ein.

Einstimmig beschloss die Delegiertenversammlung eine Erweiterung der Gebührenordnung im Zuge der Pflege von Internetseiten der Innungen durch die KH. In Verbindung mit dem so genannten Internet-Relaunch wurde auch die neue Fanpage der KH bei Facebook vorgestellt, die allgemein großen Anklang fand. Mit dem „festen Willen, unser bewährtes duales System noch weiter zu stärken“ kündigte Minister Lies in seinem Referat über Rahmenbedingungen für den handwerklichen Mittelstand an, dass die Landesregierung in 2015 rund 12 Millionen Euro in die überbetriebliche Ausbildung investieren werde.

Insbesondere aufgrund des demografischen Wandels forderte der Minister eine noch stärkere Berufsorientierung an Allgemeinbildenden Schulen und auch im Studium. Überraschend gestand der SPD-Politiker Fehler seiner Partei in der Regierungsverantwortung ein, als es um die letzte einschneidende Novellierung der Handwerksordnung ging. Man könne das Rad zwar nicht zurückdrehen, doch gebe es jetzt und zukünftig keine Alternative zur Meisterqualifikation, sagte Lies unter dem Beifall der 45 Delegierten. Außerdem werde er sich für die Einhaltung des Landesvergabe- und Tariftreuegesetzes zugunsten eines fairen Wettbewerbs einsetzen, sowie für die nachhaltige Steuerbegünstigung energetischer Sanierung und den zügigen Ausbau des Breitbandkabelnetzes.

Zum Teil sehr konkrete Wünsche, die beispielsweise für die Nahrungsmittelgewerke in Schriftform verfasst worden waren, nahm Olaf Lies in seinem Gepäck wieder mit nach Hannover, um sie mit den zuständigen Stellen abzuklären. Den würdigen Rahmen der Delegiertenversammlung nutzte die Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, um Stefan Lienesch, Obermeister der Innung der Elektrohandwerke Bersenbrück, und Heinrich Michael, stellvertretender Obermeister der Friseur-Innung Osnabrück, für langjährigen ehrenamtlichen Einsatz zu danken und durch den Präsidenten Peter Voss die Goldene Ehrennadel zu verleihen.