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„Jetzt darf ich sogar den Landrat persönlich begrüßen“

Mit der offiziellen Amtskette präsentierten Obermeister Dieter Beermann (re.). und sein Stellvertreter Christian Sostmann (li.) den neuen Kohlwurstkönig Werner I. (Lager).

Vor der offiziellen Eröffnung der reinen Männerrunde im Dreiergespräch (v. lks.): Ursula Schaub, Jürgen Sostmann und der (noch) ungekrönte Werner Lager.

„Aufwärmen“ in lockerer Runde u.a. mit Kreishandwerksmeister Siegward Schneider (2. v. re.) und MdB Dr. André Berghegger (3. v. re.).

Die Begrüßung im Foyer übernahm wie gewohnt HGF Thorsten Coch, hier u.a. im Gespräch mit Burkhard Jasper und Landrat Dr. Michael Lübbersmann.

Schade, dass man es am Bildschirm weder schmecken noch riechen kann: Die Original Osnabrücker Kohlwurst, flankiert von den klassischen „Beilagen", präsentiert durch die Experten (von links) Jürgen Sostmann, Dieter Beermann und Erik Schürkamp.

Christian Sostmann, Werner Lager und Dieter Beermann machen unmissverständlich klar, dass das „Haus der Innungen“ in „Zentrum der deutschen Kohlwurst“ umgewidmet wurde.

„Ein Schnäppschen in Ehren kann niemand verwehren“, denken sich auch (von links) Werner Lager, Dieter Beermann und die Service-Chefin Antje Kowallik.

Werner Lager neuer Kohlwurstkönig der Freien Fleischer-Innung zu Osnabrück

Osnabrück (-ht-). Eine Dekade ohne Kohlwurst ist denkbar, aber sinnlos – so oder ähnlich lauteten die Kommentare auf dem traditionellen Herrenabend der Freien Fleischer-Innung zu Osnabrück im „Haus der Innungen“, seit 10 Jahren Schauplatz eines inzwischen historisch anmutenden Ereignisses. Die Original Osnabrücker Kohlwurst ist aus dem Speiseplan dieser Region nicht mehr wegzudenken. Das machten Innungsobermeister Dieter Beermann, sein Stellvertreter Christian Sostmann und Marketing-Chef Erik Schürkamp unter dem tosenden Beifall des Kohlwurstvolkes mehr als deutlich.

Da fiel auch der kleine Wermutstropfen nicht so sehr ins Gewicht, dass der amtierende König Sven I. (Ruschhaupt) aufgrund dringender Auslandstermine der elitären Runde fernbleiben musste. Sein Amtsvorgänger Burkhard I. (Jasper), Bürgermeister von Osnabrück und Landtagsabgeordneter, verlas das Grußwort der scheidenden Majestät, die ein positives Fazit ihrer Legislaturperiode zog, „wenngleich es hier und da noch kohlwurstresistente Politiker geben mag.“ Dass durch den intensiven Kohlwurstverzehr die Geburtenrate in Osnabrück innerhalb von 12 Monaten um das Achtfache (!) gestiegen sein soll, versetzte aber selbst die kühnsten Kohlwurstoptimisten in Erstaunen. Sie vernahmen auch die Botschaft, dass „Kohlwurst-agra“ als erfolgreiches Pharmaprodukt auf dem besten Weg sei, Viagra auf dem Markt den Rang abzulaufen. Der letzte royale Wunsch Sven des I. mutete weniger spektakulär aber ungleich wichtiger an, nämlich die Umbenennung in Osnabrücker Friedenskohlwurst, um in diesen schweren Zeiten auch im Ausland ein deutliches Zeichen zu setzen.

Mit einem kleinen Umtrunk im Foyer vom „Haus der Innungen“ wurden die Kohlwurstfreunde durch KH-Hauptgeschäftsführer Thorsten Coch standesgemäß empfangen, verbunden mit einem Dank an seine Geschäftsführerkollegin Ursula Schaub, die die exzellente Vorarbeit leistete, aber die Herrenrunde zu Beginn des „offiziellen Teils“ verlassen musste. - Keiner erklärt das Kohlwurstprodukt anschaulicher und appetitanregender als Erik Schürkamp, Vorstandsmitglied der gastgebenden Innung: Hochwertiges, mageres Schweinefleisch aus Schinken oder Schulter, verarbeitet mit vorgequollener Hafergrütze und leicht vorgebratenen Zwiebeln und abgeschmeckt mit einer feinen Gewürzmischung machen die Original Osnabrücker Kohlwurst so unverwechselbar. Im Naturdarm abgefüllt und luftgetrocknet oder über Buchenholz geräuchert gibt es eigentlich nichts Besseres, vom völligen Verzicht auf Konservierungsstoffe mal ganz zu schweigen.

Dem stellvertretenden Obermeister Christian Sostmann blieb es vorbehalten, das am besten gehütete Geheimnis im Fleischerhandwerk zu lüften: Wer ist bekennender Wurstesser und hat sich um das Handwerk verdient gemacht, damit er ein würdiger neuer Kohlwurstkönig wird? Und endlich war es soweit: Proklamiert wurde unter lautem Beifall und Jubel der stellvertretende Landrat Werner Lager, selbst Fleischermeister bei Kemper in Nortrup. Sein gesellschaftspolitischer Wahlspruch: „Die Menschen in diesem Landkreis brauchen eine Heimat, die wirtschaftliche Kraft mit einer sozialen Zukunft verbindet!“

Seine Antrittsrede machte schnell klar, dass die Kohlwurstgemeinde wie immer eine sehr gute Wahl getroffen hatte, denn auch die neue Majestät ist eine bodenständige, lösungsorientierte und traditionsbewusste Persönlichkeit, die das Herz auf dem rechten Fleck hat: „Jeder Mensch braucht Anerkennung. Wenn sogar Fritz Brickwedde (u.a. CDU-Fraktionsvorsitzender im Osnabrücker Stadtrat, Anm. der Red.) zu mir mit dem SPD-Parteibuch sagt, dass es auch gute Sozis gibt, dann ist das schon eine besondere Wertschätzung und motiviert mich, das Verhältnis zwischen Stadt und Landkreis Osnabrück als Kohlwurstkönig noch mehr zu verbessern. Und außerdem: Wo sonst kann ich denn kraft meiner Königswürde sogar den Landrat vom Rednerpult aus inmitten meiner Untertanen willkommen heißen?“ – Welche Ziele hat Werner der I.? „Ich werde alles daran setzen, die Osnabrücker Kohlwurst in das Weltkulturerbe der UNESCO mit aufzunehmen.“ Dem Kohlwurstvolk riet Werner I.: Genießt alle schönen Dinge des Lebens in Maßen und nehmt Euch auch die Zeit dafür…“

Fotos und Text: Herbert Tiemann