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"Unabhängigkeit staatlicher Banken muss gewahrt bleiben"

Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele referierte vor Delegierten der Kreishandwerkerschaft Osnabrück

Osnabrück (ht). „Die Staatsbanken müssen für Stabilität sorgen, die Politik für die Umverteilung“, sagte Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, auf der Delegiertenversammlung der Kreishandwerkerschaft Osnabrück (KH) im „Haus der Innungen“. Durch eine Verflechtung von Geld- und Finanzpolitik hätten einige Notenbanken ihre staatliche Unabhängigkeit bereits verloren. Der frühere FDP-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Finanzausschusses warnte davor, bewährte Mechanismen auszuhebeln. Europa stecke zweifellos seit rund fünf Jahren in der Krise, die aber nicht von der Geldpolitik gelöst werden könne.

Mit interessantem Zahlenmaterial über die wirtschaftliche Entwicklung und die Staatsverschulung in den EU-Staaten, im gesamten Euro-Raum und außerhalb Europas verdeutlichte der Finanzexperte die aktuelle Lage, in der Deutschland als viertgrößte Wirtschaftsnation der Welt hervorsticht. Allmählich fasse die Weltwirtschaft wieder Tritt, wobei die EU mit ihren 27 Mitgliedsstaaten eindeutig der stärkste Wirtschaftsraum der Welt sei, also noch vor China und den USA. Die Staatsschuldenkrise im Euro-Raum übe besonders großen Druck aus. Hier könnten auch die Verträge von Maastricht auf absehbare Zeit nicht viel ausrichten, weil sie nach Thieles Auffassung nicht rechtzeitig und mit der notwendigen Konsequenz angewandt worden seien.  – Mit der Schuldenproblematik stehe die EU jedoch nicht allein da, auch die USA und Japan nähmen hier unrühmliche vordere Plätze ein.

Insgesamt wagte Thiele jedoch eine eher optimistische Prognose: „Die Trendwende in der Krise sei erkennbar. Die Leistungsbilanzen einiger Schlüsselländer verbessern sich.“ Allerdings müsse die unverzichtbare Solidarität mit Krisenländern auch an klare Bedingungen und Kontrollmöglichkeiten geknüpft sein. „Sonst führen die Rettungsschirme zu einem Spagat, den wir nicht lange durchhalten können“.

Eine Neuorientierung im Seminarwesen und bei der Imagewerbung, insbesondere im Hinblick auf die Anwerbung beruflichen Nachwuchses im Handwerk,  erwähnte Kreishandwerksmeister Siegward Schneider in seinem Jahresbericht. Die KH sei sehr gut aufgestellt und werde ihre Erfolgsmodelle fortsetzen, wobei die Betreuung der Innungsbetriebe noch weiter intensiviert werden soll. Eine positive Bilanz bei der auf Partnerschaftsebene betriebenen Bekämpfung der Schwarzarbeit und der Mitgliederentwicklung zog auch KH-Hauptgeschäftsführer Thorsten Coch. Er erinnerte an die in Verbindung mit os 1.tv produzierten und noch in der Planung befindlichen Imagefilme über Handwerksberufe. Anschauliche  Beispiele wurden den Versammlungsteilnehmern präsentiert.

Für die PR-Gruppe der KH gab Anja Klanke-Luzniack einen aktuellen Lagebericht. Im Mittelpunkt stand die Erweiterung der bewährten Ausbildungsmesse der Innungen mit neuen Kooperationspartner und Ideen unter der Bezeichnung „Ausbildung 49“ am 6. und 7. Juni an zwei Osnabrücker Standorten.  Außerdem gab es eine Vorschau auf den diesjährigen „Tag des Handwerks“ am 21. September samt Handwerkerlauf durch die Osnabrücker Altstadt.

Im Zuge der haushaltstechnischen Beratungen und Entscheidungen wurde ein fünfprozentiger Nachlass auf den Beitrag der Innungen zur KH beschlossen. Gleichzeitig einigte man sich auf die von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft empfohlene Anhebung der Beiträge um zwei Prozent unter Zugrundelegung des Verbraucherpreisindexes.

Bildunterschriften:

Bild 01
Standesgemäß mit Original-Steckenpferdreiter-Pralinen von Meisterhand bedankten sich Kreishandwerksmeister Siegward Schneider (rechts) und Hauptgeschäftsführer Thorsten Coch (links) bei Carl-Ludwig Thiele (Mitte) für sein Referat zum Thema „Deutschland im Euro-Raum – unsere Rolle in einer sich wandelnden Weltwirtschaft“ auf der Delegiertenversammlung der Kreishandwerkerschaft Osnabrück.

Bild 02
Über die Projektarbeit der PR-Gruppe der Kreishandwerkerschaft berichtete Anja Klanke-Luzniack (am Rednerpult). Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der Messe "Ausbildung 49".

Fotos: Herbert Tiemann