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Von der Diätassistentin zur Schornsteinfegerin

HuB-Stiftung zeichnete fünf ambitionierte Stipendiaten aus

Osnabrück (-ht-). Gleich fünf Stipendiaten, deren Bewerbungen als gleichrangig bewertet wurden,  konnte Kuratoriumsvorsitzender Hans Georg Hune im „Haus der Innungen“ mit Förderpreisen der Handwerklichen und Beruflichen Begabtenstiftung des Osnabrücker Handwerks (HuB) auszeichnen. Alle Kandidaten – Hune nannte sie „vorbildliche Botschafter des Handwerks“ -  taten sich bereits mit besonders guten Leistungen im Handwerk hervor, die in einer kleinen Feierstunde auch gemeinsam mit den Angehörigen der Preisträger sowie den Kuratoriums- und Stiftungsratsmitgliedern gewürdigt wurden. Neben einer Urkunde gab es für jeden Stipendiaten 1.500,- €, die vorwiegend für Meistervorbereitungslehrgänge Verwendung finden werden.

Jenny vor dem Brocke, erste Schornsteinfegerin in der knapp zehnjährigen Stiftungsgeschichte, absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Diätassistentin, bevor ihr klar wurde, dass dieser Beruf doch nicht ihre Erwartungen erfüllen konnte.  Sie hängte eine Ausbildung bei ihrem Vater Franz Georg vor dem Brocke in Bramsche an und schloss als 3. Landessiegerin im Schornsteinfegerhandwerk ab. - Der Feinwerkmechaniker Fabian Bockrath absolvierte die betriebliche Ausbildung bei der Wilhelm Niemann GmbH & Co. KG in Melle und wurde Innungssieger bei der Innung der Metallhandwerke Melle. – Erst  zwanzig Jahre jung ist der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Willi Del, der von der Stahmeyer GmbH in Belm ausgebildet wurde und nach der Meisterprüfung eventuell noch studieren will.  - Ebenfalls als Innungssieger und darüber hinaus als zweiter Kammersieger und Gewinner des Gestaltungswettbewerbs „Die gute Form“ setzte der Tischler Daniel Fischer  die ersten Ausrufezeichen. Er wurde in der Borgloher Tischlerei Johannes Bünger ausgebildet und besucht gegenwärtig in Vollzeit die Fachschule Holztechnik in Melle. - Gleiches tut gegenwärtig sein Berufskollege Lucas Ottehenning , der bei Markus Kull in Bad Iburg lernte.

Kuratoriumsvorsitzender Hans Georg Hune skizzierte  angesichts des 10. Jahrestages der Stiftung am 11. Dezember 2013 den Werdegang:  Damals habe die einschneidende Novellierung der Handwerksordnung, wodurch in etlichen Handwerksberufen die Zulassungspflicht in Verbindung mit dem Kriterium Meisterprüfung als Voraussetzung für die selbständige Ausübung entfiel,  zur Gründung beigetragen. Da die Meisterprüfung nach wie vor als der Königsweg im Handwerk angesehen werde, habe man hier entsprechende Akzente und Signale setzen wollen. Nunmehr blicke die Handwerkswirtschaft mit großer Sorge auf den demographischen Wandel und den daraus resultierenden Fachkräftemangel, der in den nächsten Jahren sogar noch deutlich zunehmen werde. Durch eine Satzungsänderung bei der HuB-Stiftung im Herbst 2012 habe man dieser Entwicklung Rechnung getragen, denn fortan können auch Maßnahmen gefördert werden, die beispielsweise zum Ziel haben, noch nicht ausbildungsfähige junge Menschen auf den Weg zu bringen. Die zusätzliche Einrichtung eines Stiftungsrates solle diese Bestrebungen unterstützen  und als größerer Unterbau entsprechende Vorschläge erarbeiten. 

Ausdrücklich dankte Hune allen bisherigen Stiftern und den dem Handwerk nahestehenden Institutionen wie Banken, Krankenkassen und Versicherungsunternehmen, die nach wie vor von der Stiftungsidee überzeugt seien.  Anerkennende Worte gab es auch für die Geschäftsführung der Stiftung, die in diesem Jahr von der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland auf die Kreishandwerkerschaft Osnabrück unter Federführung von Hauptgeschäftsführer Thorsten Coch übergegangen ist.

Die knapp 10-jährige Stiftungsbilanz kann sich sehen lassen: Bislang wurden 55 Personen gefördert, 39 Männer und 16 Frauen,  aus 18 verschiedenen Handwerksberufen. Das Fördervolumen beläuft sich mittlerweile auf über 80.000,- €.

Bildunterschrift:
Lobende Worte fand Kuratoriumsvorsitzender Hans Georg Hune (lks.) für die Stipendiaten der HuB-Stiftung (v. lks.) Willi Del, Lucas Ottehenning, Jenny vor dem Brocke, Daniel Fischer und Fabian Bockrath.

Foto: Herbert Tiemann