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Wissen-nach-Feierabend-Tour 2015: Wenn der Wein Kirchenfenster bildet….

Stießen auf einen erfolgreichen, unterhaltsamen und informativen Abend mit einem guten Tropfen an (von links): Volksbank-Vorstand Udo Herz, Chef-Sommelier Jan Konetzki, stellv. KHM Matthias Vielstädte, KHM Siegward Schneider, KH-HGF Thorsten Coch.

Es lag nicht nur am maßvollen Alkohlkonsum, dass die Stimmung durchgehend gut war.

Ein Prosecco mit frischer Gurke und Koriander und einem Tropfen Holunderblütensirup wurde als Begrüßungsgetränk gereicht.

Keine Antwort schuldig blieb der Chef-Sommelier Jan Konetzki. Fotos: Herbert Tiemann

Wissenswertes zum Wein von Chef-Sommelier Jan Konetzki

Welcher Wein passt zu welchem Essen? Welches Glas ist am besten geeignet? Warum und wie wird dekantiert? Ist der Schraubverschluss ein Problem? Fragen über Fragen, die Chef-Sommelier Jan Konetzki allesamt auf sehr charmante Weise erschöpfend beantwortete. Der gebürtige Lüneburger und gelernte Bäcker ist seit fünf Jahren Chef-Sommelier in einem der angesagtesten 3-Sterne-Restaurants weltweit, im Londoner Gordon Ramsey, wo der mit vielen Preisen ausgezeichnete Experte für die Auswahl und den Einkauf des Weinprogramms und die Beratung der teils sehr illustren Gäste verantwortlich zeichnet.

Frisch eingeflogen aus London, machte Jan Konetzki die vierte Wissen-nach-Feierabend-Tour (WnF) in der VIP-Lounge der Osnatel Arena, bekanntlich die Heimat des VfL Osnabrück, zu einem echten Erlebnis. Bestens ,eingestimmt durch die Anmoderation von Volksbank-Vorstand Udo Herz und KH-Hauptgeschäftsführer Thorsten Coch, brauchte das gut aufgelegte Publikum, wie schon in den Vorjahren, sein Kommen nicht zu bereuen, denn der Sommelier aus Leidenschaft dozierte nicht und war weit entfernt von jeglicher Schulmeister-Attitüde, auch wenn in seinem Vortragsthema der Begriff „Jan Konetzki’s Trinkschule“ auftauchte. „Ich will Sie nicht dazu erziehen, wie Sie mit Wein umzugehen haben“, stellte er gleich zu Beginn klar. Ihm ging es vielmehr darum, dass jeder die ganz individuelle Selbsterfahrung mit Wein durch Hintergrundwissen, gute Tipps und Orientierungshilfen nach Herzenslust genießen kann.

Nahezu spielerisch ging Jan Konetzki mit den zahlreichen Fragen um, die deutlich machten, wie unterschiedlich die Vorkenntnisse des Publikums in Sachen Wein waren. Aber gerade das machte auch den Reiz dieser, nennen wir es „Selbsterfahrungsreise mit Experten-Geleitschutz“ aus. Dabei erfuhren die Teilnehmer fast nebenbei, dass die Bildung so genannter Kirchenfenster oder Tränen durch den an der Innenseite des Glases ablaufenden Wein nicht unbedingt Rückschlüsse auf dessen Qualität zulässt. Die Tatsache, dass nahezu jeder Wein auf ganz legale Art und Weise geschwefelt ist, um ein erneutes Fermentieren zu vermeiden, versetzte die meisten ebenfalls in Erstaunen, weniger die Erkenntnis, dass die meisten Weine für eine über 4 bis 5 Jahre hinausgehende Lagerung nicht unbedingt geeignet sind. Respektvollen Beifall heimsten einige Freiwillige ein, die bei der Blindverkostung das Anbaugebiet beziehungsweise die Herkunft eines sehr edlen Bordeaux-Tropfens aus Geschmack, Aroma und Farbe richtig herleiteten.

Da die meisten Gäste bei der Verkostung verschiedener Weine aus aller Welt auch Jan Konetzki’s Rat befolgten, zwischen zwei Gläsern Wein auch zwei Gläser Mineralwasser einzubauen, waren zwar alle locker-leger, aber auch konzentriert bis zum gemütlichen Beisammensein in Plauderrunde mit gutem Essen bei der Sache. Vielleicht hatte die schon obligatorische WnF-Currywurst zum Einstieg ja bereits für die notwendige Grundlage gesorgt, wie Thorsten Coch vermutete, der sich ausdrücklich bei allen Sponsoren und dem Organisationsteam bedankte.