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Kreishandwerker-schaft zur aktuellen Lage auf dem Wohnungsmarkt

KH-Hauptgeschäftsführer Thorsten Coch sieht Politik in der Pflicht

Osnabrück (-ht-). Die angespannte Entwicklung auf dem Immobilienmarkt beschäftigt vor allem die der Kreishandwerkerschaft Osnabrück (KH) angeschlossenen Innungen des Bauhauptgewerbes. Wie einige Ehrenamtsträger bereits anlässlich des Tages der Bauwirtschaft diskutierten, sind vor allem die Flüchtlingskrise, steigende Immobilienpreise und Verordnungen und Vorschriften verantwortlich für diese Entwicklung. Es müssten auf Regierungs- und Landesebene Anreize geschaffen werden, um die prekäre Lage auf dem Wohnungsmarkt zu verbessern.

„Wohnraum ist knapp und auf dem Wohnungsmarkt ist in den letzten Jahren eine große Lücke im Angebot für Personen mit mittlerem Einkommen entstanden“, sagt stellvertretender Kreishandwerksmeister Ernst Neve, auch in seiner Eigenschaft als Obermeister der Bau-Innung Bersenbrück. Diese Lücke zu füllen sei eine Aufgabe, die aufgrund erschwerter Bedingungen für Investoren, Bauherren und Fachbetriebe nicht leicht zu bewältigen ist. EU-Richtlinien, Verordnungen und Vorschriften erschwerten, trotz gestiegener Anzahl an Baugenehmigungen, die weitere Schaffung von Wohnraum, besonders in Stadtgebieten, so Neve.

„Die Herausforderungen, vor denen das Bau- und Ausbauhandwerk steht, sind in der Tat enorm“, bestätigt KH-Hauptgeschäftsführer Thorsten Coch: „Vorschriften zu Brand- und Schallschutz oder zum energetischen Bauen erschweren den Wohnungsbau zunehmend und auch die stetig steigenden Grundstückspreise tragen nicht zur Attraktivität von Bauvorhaben bei.“ Um zusätzliche Anreize, besonders für Investoren, zu schaffen, erfordere es daher eindeutige Signale aus der Politik, beispielsweise die Erhöhung der linearen Abschreibung von 2% auf 4%, wie schon lange gefordert. „Im bürokratischen Dschungel aus Vorschriften, Richtlinien und Gesetzen bestehen zahlreiche Unklarheiten, was für Unsicherheit bei Investoren, und Bauunternehmern sorgt“, warnt Coch vor den negativen Einflüssen. Keinesfalls bedürfe es einer weiteren Verschärfung durch zusätzliche Verordnungen. Solche Maßnahmen führten in der Konsequenz vor allem zu einer Steigerung von Baukosten.

Konkrete Schritte und Signale durch den Gesetzgeber seien daher nach Überzeugung der KH gefragt, um diese Situation zu entschärfen und die allgemeine Lage auf dem Immobilienmarkt zu verbessern. Mit gutem Beispiel geht die niedersächsische Landesregierung voran, welche Mittel in Höhe von 400 Millionen Euro bis 2019 für den Wohnungsbau zur Verfügung gestellt hat. Aber dies alleine werde nicht ausreichen, um genügend Bauprojekte anzustoßen. „Es bedarf beispielsweise einer Verbesserung bei der Umsetzung der Immobilienkreditrichtlinie, welche auf Bundesebene vollzogen werden muss“, ergänzt Kreishandwerksmeister Siegward Schneider. „Bei der Vergabe von Krediten wird derzeit der Wert von Immobilien oder deren Wertsteigerung nicht berücksichtigt, was negative Folgen für Kreditnehmer haben kann.“